Ursachen von chronischem Pruritus

Wodurch kann Pruritus ausgelöst werden?
Gibt es Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen?

Diese und viele weitere Fragen hat Frau Prof. Sonja Ständer, Expertin für chronischen Pruritus anlässlich unserer Vortragsreihe für Betroffene mit chronischem Pruritus beantwortet.
Chronisches Juckempfinden, also Juckreiz, der länger als 6 Wochen anhält, gilt als eines der häufigsten und am stärksten belastende Haut-Symptome weltweit. Ca. 13 – 17 % der erwachsenen Weltbevölkerung leiden unter chronischem Pruritus – Tendenz steigend. Bis zu 25 % der Bevölkerung erleiden einmal im Leben diese chronischen Erkrankung.

Chronischer Pruritus ist eine Erkrankung, deren Erforschung noch in den Kinderschuhen steckt; die Ursachensuche ist umfangreich und bezieht viele Faktoren mit ein. Trockene Haut, gerade in fortgeschrittenem Alter oder Medikamenteneinnahme kann Jucken begünstigen. Jucken kann aber auch durch viele andere Erkrankungen ausgelöst werden: Hauterkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe, Erkrankung der Nerven, psychische Erkrankungen oder durch mehrere gleichzeitig besehende Erkrankungen. Manchmal ist die Ursache aber auch unklar.

Die Folge des Juckreizes ist unvermeidlich: wir kratzen – Kratzen lässt sich schwer unterdrücken.
Das Kratzen führt zu Hautverletzungen und Narbenbildung, im Extremfall kann sich eine chronische Prurigo entwickeln, die mit hartnäckiger Knotenbildung der Haut einhergeht. Und dabei bleibt es nicht – Betroffene haben einen hohen Leidensdruck aufgrund der Intensität des Juckens, der Nachschlaf ist gestört, Hautveränderungen sind sichtbar. Dies alles mindert die Lebensqualität.

Pruritus tritt in jedem Alter auf, hat in jedem Alter unterschiedliche Ursachen, ist aber in jedem Alter belastend für die Betroffenen. Ob bei Kindern, Schwangeren oder im Alter, die Ursachen sind vielfältig und bedürfen einer intensiven Erhebung aller individuellen Einflussfaktoren, bestehenden Erkrankungen, Medikation usw.

Aktuelle Therapieempfehlungen werden zunehmend durch Nachweise aus Patientenstudien gewonnen. Zur genauen Erhebung, Diagnostizierung und Therapie haben Experten und Fachgesellschaften eine Leitlinie entwickelt, die wichtige Meilensteine festlegt: Von der Definition der Erkrankung über Festlegung der Anamnesefragen, laborchemische und apparative Basisuntersuchungen bis hin zu einem allgemeinen Therapieablauf und einer symptomatischen Stufentherapie. Die Leitlinie finden Sie hier:

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-048

Hier können sich Betroffene als auch Dermatologen über die Diagnostizierung und Therapiemöglichkeiten des chronischen Pruritus informieren.

Vielen Dank Frau Prof. Sonja Ständer für die wertvollen Informationen und die Zeit, die Sie sich genommen haben und ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer*innen für Ihr reges Interesse und Ihre Fragen.
Wir freuen uns auf den nächsten Vortrag am 06.02.2024 zum Thema „Entspannungstechniken und Achtsamkeit bei chronischem Pruritus: Was ist wichtig zu wissen?“ – Ihrer Haut zuliebe ❤️

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